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Mai 1994

Angst ist lebensnotwendig 

Furcht ist lebensfeindlich  

TELE-Ruf-Talk mit Motivationstherapeut FRANK M. FINKE

 


 

Nach 20 Jahren Beschäftigung mit Drogenabhängigen widmet sich dieser Mann als selbständiger Berater heute dem Thema

ANGST

  

 
 

 
 
 

 

fmfinke@motivations-therapie.com

 

PSYCHOLOGISCHE BERATUNG
BEI
SELBSTWERT-, ANGST- UND
SUCHTPROBLEMEN

 

Fon: 0172 44 67 331

blank.gif (1031 Byte) TELE-Ruf:

Mit welcher Begründung fühlen Sie sich zu dieser Aufgabe berufen?

F. M. FINKE:

Viele Probleme habe ich bereits an Leib & Seele selbst erfahren. Ich habe eine Zeit lang im Orient gelebt, habe Erfahrungen mit esoterischen Orden gemacht, und nicht zuletzt meine Arbeit mit Drogenabhängigen jeglicher Art hat mir gezeigt, daß ich ein "gutes Händchen" für Problemfälle habe. Durch Schulungen und der Beschäftigung mit diversen Theorien lerne ich ständig wieder dazu.

TELE-Ruf:

Sie unterscheiden ganz klar zwischen positiver und negativer Angst. Wie kann man Angst differenzieren?

F. M. FINKE:

Es gibt auf der einen Seite die lähmende, bedrückende, schmerzliche Angst und auf der anderen Seite die gesunde, motivierende Angst. In jedem Menschen steckt ein innerer Drang nach Veränderung. Dieser wird sehr oft durch Versagens- oder Verlustängste unterdrückt. Der Mensch ist eher darauf bedacht, seinen IST-Zustand zu bewahren, denn er hat Angst, daß seine geliebten Träume und Illusionen wie Seifenblasen zerplatzen könnten. Und statt auf seine innere Stimme zu hören, versucht er diese Ängste durch Konsum, Drogen oder permanente Ablenkung abzutöten. Aber Angst, die wir uns verbieten, wirkt unterschwellig und unberechenbar weiter. Und genau dort liegt der Ursprung eines jeden Problems.

TELE-Ruf:

Gibt es heute bestimmte Ängste, die besonders oft auftreten?

F. M. FINKE:

Es gibt praktisch nichts, vor dem man nicht Angst haben kann. Viele Menschen fühlen sich heutzutage überfordert von der Vielzahl an Informationen, die ständig und überall auf sie einströmen. Und auch mit der Kurzlebigkeit unserer Gesellschaft kommen sie einfach nicht klar. Alte Rollenmuster, Prinzipien und Wertvorstellungen werden über den Haufen geschmissen, aber neue gibt es nicht. Recht häufige Probleme sind z.B. Minderwertigkeitskomplexe. Oft wurde solchen Personen in der Kindheit eingebläut: "Du kannst nichts, du bist nichts." Oder es war ein Kind mit mehreren Geschwistern, das sich immer vernachlässigt fühlte. Diese Unsicherheiten verfolgen die Menschen das ganze Leben und können zu ungeahnten Problemen führen, wenn man den Ursprung dieser Angst nicht erkennt.

TELE-Ruf:

Gibt es typische Frauen- bzw. Männer-Ängste?

F. M. FINKE:

Nein. Generell haben Frauen dieselben Ängste wie Männer. Wenn Sie nun auf das Thema Sex hinaus wollen, so sind es die Versagensängste der Männer, wie bei den Frauen die Angst, daß der Busen zu klein und der Po zu dick sein könnte.

TELE-Ruf:

Heißt das auch, daß sich bei Ihnen männliche und weibliche Klienten die Waage halten?

F. M. FINKE:

Nein. Das Motto der Gesellschaft »Männer dürfen keine Angst zeigen« macht sich sehr stark bemerkbar. Meine Klienten sind zu 85% Frauen. Männer, die zu mir kommen, machen schneller einen Rückzieher, wenn sie merken, daß mein Vorgehensschema ein anderes ist, als sie erwartet haben. Diese Männer haben nur Angst, daß ich ihnen ihre Macht nehmen könnte, denn meistens wollen sie sich gar nicht helfen lassen.

TELE-Ruf:

Welche prominente Person halten Sie für eher ängstlich, und welche für recht immun gegenüber Angst?

F. M. FINKE:

Johannes Rau verkörpert für mich sehr viel Stärke durch das, was er sagt, ausstrahlt und wie er handelt. Die Position, die er verkörpert, kann er konsequent einhalten und weicht nur davon ab, wenn er es vertreten kann. Mr. Clinton hingegen ist ein sehr verkorkster Mensch. Ich halte ihn für einen eher schwachen, ängstlichen Menschen.

TELE-Ruf:

Haben Sie ein Lebensmotto?

F. M. FINKE:

Ja. "Tranquillus in tormentis." Übersetzt heißt es "Ruhig in Stürmen."

© TELE-Ruf 1994

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