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Foto einiger Moderatoren  

Ausgelassen freuten sich die "Moderatoren" über ihren Erfolg beim Aktionstag der Gewerbeschule in Lörrach.

 

Foto: Karin Textor

Aktionstag gegen Gewalt

Lörracher Gewerbeschüler erlebten einen anderen Schultag

Lörrach (tex). Ein fröhliches "Hallo" zur Begrüßung verriet die gute Stimmung im Foyer der Gewerbeschule Lörrach. Weit über 200 Schüler waren zur Veranstaltung rund um den "Anti-Gewalt-Tag" gekommen, andere waren aktiv als Künstler, Moderatoren oder Mitgestalter der Diskussionsrunden. Lehrer, Sozialpädagogin Gisela Hendlmeier und Schulleiter Manfried Fischer freuten sich über die rege Teilnahme und das Interesse von seiten der Schüler.

   Befreit vom pädagogischen Zeigefinger wurden heikle Themen wie Drogenkonsum in freier Runde besprochen. Hier hatte nur der Psychologe Frank M. Finke (im Foto: ganz rechts) offenen Zugang, Pädagogen wurden vor die Tür gewiesen. Alles war für ein paar Stunden einmal umgekehrt. Und das war gut so.

   "Viel zu theoretisch, ohne sich ausreichend Zeit zu nehmen, wettert die Polizei mit uraltem Prospektmaterial gegen Drogen. Eine Alternative wäre doch, die Betroffenen, die Ehemaligen von ihren persönlichen Erfahrungen berichten zu lassen oder zu erklären, was zu tun ist, wenn man eine Überdosis erwischt hat, oder wie die Zusammensetzung der verschiedenen Drogen wirkt", forderten die Jugendlichen. Katrin, Oliver, Dominik und Viktor zeigten andere, aber mögliche Sichtweisen zu Themen wie: "Der Sinn des Lebens", "Diskriminierung" und "Vorurteile - Außenseiter". Melanie stellte "Trendsetter" vor, Harald und Benjamin Gedanken zur Gewalt an der Schule.

   Bianca, Heiko und Fabian berichteten von Existenz-Ängsten. Aber auch Themen wie Ausländerfeindlichkeit wurden im Foyer dokumentiert. Aus Schrott gestaltete Katharina zum Thema Skulpturen, andere wiederum arbeiteten mit Videorecorder, Projektoren und großflächigem Papier. "Ihr habt Euch sehr viel Gedanken darüber gemacht. Besser hätten es die Erwachsenen auch nicht machen können", gratulierte Lörracher CDU-Kreisrätin Ursula Vollmer den Jugendlichen. Die Jugendlichen und die Erwachsenen sollten ins Gespräch kommen, die Ängste voreinander verlieren. "Die ersten Brücken sind gebaut", hieß es auch aus der jugendlichen Runde, die sich über ihren Erfolg freute. Zeichneten sie doch selbständig für die Veranstaltung als Verantwortliche.

   Umgesetzt wurden die Ideen der Schülermitverwaltung und der freiwilligen Schüler. Ziel dieses Aktionstages war es, allen Schülern der Vollzeitschulen an der Gewerbeschule, zu dem das Technische Gymnasium, Berufskolleg, die beiden Berufsfachschulen und die Schüler vom Berufsvorbereitungsjahr gehören, die Gelegenheit zu geben, sich gemeinsam einem Problemgebiet zu widmen. Gemeinsam sollten die Schüler nach neuen Lösungsmöglichkeiten suchen. Über die gemeinsame Beschäftigung sollte der Kontakt hergestellt werden. Nach der sprachlichen Auseinandersetzung folgte bewusst die nonverbale Form, wie die sportliche und künstlerische Aktivität.

   Keine leichte Aufgabe an der Gewerbeschule Lörrach. Doch die rührigen Pädagogen und die Sozialpädagogin Gisela Hendlmeier erfreuten sich an der Integration der Jugendlichen. Sie alle sind zur Unterstützung, Beratung und Begleitung der jungen Schüler stets zur Seite gewesen.

© Markgräfler Tagblatt 1998

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